von Stephan Peukert 7. Januar 2026
Ich und meine Diskussionsgruppe. Heute war ich mal wieder mit allen Hunden, plus unseren zwei Gasthunden Salza und Sky, unterwegs. Nebenbei hab ich ein paar Videos aufgenommen für meine Kanäle und habe unter anderem davon gesprochen, dass ein guter Hundehalter heute gar nicht gewollt ist. Das möchte ich einmal kurz ausführen. Wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin, dann kommt es nicht selten vor, dass wir unterschiedliche Meinungen haben. Der Koba will dort hin, der Chevy will da lang oder der Sky will sich einfach verschnüffeln und gar nicht mitlaufen. Man könnte diese Probleme auch anders bennnen, indem wir eine Meinung verstehen als: der Hund zieht an der Leine, er rennt dem Reh hinterher oder er will dem anderen Hund bei der Begegnung zeigen, wo der Hammer hängt. Es ist hier schon schwer, davon zu sprechen, dass ein Hund eine Meinung haben kann. Vor kurzem war ich bei den Noseworkern in der Schweiz zu Gast. - Einer Mantrailer Gruppe. Die sind sogar darauf angewiesen, dass der Hund eine Meinung hat. Und die sollte sogar sehr stark sein. Das aber nur am Rande. Ich möchte damit sagen, dass wir die ganzen Begriffe der Hundewelt eben auch als Meinung des Hundes verstehen können oder viel mehr sollten. Ich bin also unterwegs mit 7 Hunden, die auch immer wieder von Menschen, die uns entgegenkommen laut gezählt werden. 7 Hunde mit 7 Meinungen. Und auf einmal wird mir klar, dass ich besser mit 7 unterschiedlichen Hundemeinungen umgehen kann, als mit einer unterschiedlichen menschlichen Meinung. Und irgendwie fand ich das absolut spannend. Um mit meiner Gruppe gut funktionieren zu können, muss ich in manchen Situationen meine Meinung auch durchsetzen können. Gerade, wenn die Gruppe so groß ist, geht es darum, in einigen Situationen das letzte Wort haben zu können. Doch nur weil ich manchmal das letzte Wort habe, heißt das nicht, dass danach das Gespräch beendet ist. Denn wenn ich das letzte Wort habe, dann eigentlich nur für die Gruppe. Denn auch ein Hund kann das letzte Wort haben. Zum Beispiel Sky, der so bummelt, dass er mich zur Weißglut bringt und sich einfach nicht bewegt. Das ist nun mal sein letztes Wort. Er sagt dann in etwa so etwas, wie: Okay ich laufe mit, aber ich laufe mein Tempo. Was ihn eben auch nicht davon abhält, später einfach mal schneller zu laufen, als alle anderen. Meinungen können sich eben auch ändern. Ich habe das in etwa so beschrieben. Wenn ich das letzte Wort habe, heißt das gerade einfach nur, stellt das Gespräch mal ein, nehmt euch zurück und konzentriert euch, dass wir jetzt unbeschadet durch diese Sitiuation kommen. Was ich aber nie mache, ist das soziale Wesen und die Eigenarten des Hundes zu verändert. Koba bleibt dabei unruhiger, als zum Beispiel eine Neila. Das heißt, auch wenn ich das letzte Wort habe, gehe ich nicht gegen das soziale Individuum an. Sie sollen sich nur auf ihre Art zurücknehmen oder anders gesagt, einfach mal kurz leise sein. Nachdem wir die Situation gemeistert haben und leise, bzw. ruhig durch gelaufen sind, darf wieder miteinander geredet werden. Das heißt, dass Koba und Chevy nach vorne gehen, Chili neben mir bleibt, Floyd komische Geräusche von sich gibt, weil der Schnee ihn nervt und Neila eben ein Traumhund ist. Achja und Sky macht natürlich immer das Gleiche. Er bleibt wer er ist. Irgendwie sehr sympathisch. Trotzdem ist er zu dick! Wenn ich jetzt davon spreche, dass so etwas nicht mehr gewollt ist, dann meine ich eigentlich, dass es nicht mehr gewollt ist, dass sich Menschen tatsächlich miteinander austauschen und wirklich Argumente haben, die auf der einen Seite ausgesprochen und auf der anderen Seite angenommen werden. Man muss eben nicht der gleichen Meinung sein, um trotzdem weiter miteinander spazieren gehen zu können. Das schafft man auch hervorragen, wenn man nicht der gleichen Meinung ist. In den meisten Fällen, fällt uns das ja nicht mal auf, da die meisten ja so oder so Gespräche vermeiden, die zu einem Konflikt führen könnten. Und ich und meine Hunde? Wir haben gefühlt 1000 Konflikte, die wir alle besprechen. Auf jedem Spaziergang, auf jeder Runde, jeden Tag und überall. Und für mich wäre es eine Belastung, wenn das eben nicht so wäre. Denn den größten Konflikt, wie wir miteinander umgehen, den haben wir geklärt. Wir hören uns zu und reagieren aufeinander. Und sollte das mal einer vergessen, wird er sofort daran erinnert. Vielleicht fragst du dich jetzt, wie man Hunden zuhören kann. Ganz einfach. In dem man sie beoachtet. Was tun sie, was machen sie. Und dabei wirst du, wie bei dir selbst, einem Kind oder deinem menschlichen Gegenüber merken können, wann er dir nicht mehr zuhört oder sich komplett verliert. Auf meiner Mittagsrunde hatte ich eine spannende Begegnung. Ich hatte alle 7 Hunde an der Leine und uns kam ein Mann entgegen, der seinen Hund frei laufen liess. Vielleicht ist frei einfach das falsche Wort und nicht angeleint treffender. Denn eigentlich war der Hund ziemlich unfrei, aber ich möchte dich jetzt nicht verwirren. Auf jeden Fall, lief er auf uns zu und ich dachte mir noch, dass der ja entweder ziemlich mutig ist und seinen Hund ziemlich gut im Griff hat oder dass er ein arrogantes Arschloch ist, der nur an sich selbst denkt. Chili fing an zu knurren und bestätigte eigentlich meinen ersten Eindruck, dass wir es mit einem arroganten Arschloch zu tun hatten. Denn mich machte der Hund und der Mensch auch nevös, da sie keine Anstalten machten, irgendwie auf uns zu reagieren. Als wir dann nah waren, rief der Halter seinen Hund zu sich und rief Sitz, Sitz, Sitz.....BLA. Doch der kleine schwarze Hund zündete und meine Hunde wollten ihn sofort zurecht weisen. Und sie hatten damit auch vollkommen recht. Meine Hunde ließen sich auch von mir nicht zurück halten, da ich auch nicht im Geringsten daran dachte, sie einzuschränken. Ich hatte meinen Fokus nämlich schon beim Menschen, der schon anfing zu erzählen, wie arm sein Hund doch dran ist. Das, was die Hunde untereinander machten, verlagerte sich jetzt zu uns Menschen. Denn, ich wollte den Menschen korrigieren und sagte, dass der kleine Hund ja ziemlich die große Fresse hat. Mein Gegenüber reagierte mit der dramatischen Geschichte, dass ein anderer Hund ihn schon einmal im Maul hatte und er doch so viel Angst hätte. Ich reagierte, indem ich auf seinen Hund zeigte und sagte: „Sich hinter dir zu verstecken, wie jetzt und zu zittern, dass ist Angst. Nach vorne zu gehen, ist die große Fresse haben.“ Er erwiderte, dass er das ja immer wieder probieren kann. Ich merkte bereits, dass alles was ich sagte, überhaupt nicht ankam, und dass mein Gegenüber (der Mensch) einfach ein arrogantes Arschloch ist. Ich sagte noch einmal, dass meine Hunde sich hier zusammen nehmen müssen und der kleine Schwarze hier machen kann, was er will. Und sagte noch einmal, dass der andere Hund, den Schwarzen wohl zurecht im Maul hatte. Wieder keine Reaktion. Was soll ich von so einem Hund erwarten, bei dem das Herrchen sich in seinem Elfenbeinturm eingeschlossen hat und nicht einmal ansatzweise auf seinen Gegenüber eingehen kann. Als würde er das dann beim Hund schaffen. Als hätte der Hund die Fähigkeit gelernt, sich zurück nehmen zu können. Von wem denn? Von seinem Menschen, der sich immer im Recht sieht und das mit emotionalen Geschichten begründet? Jeder Mensch gibt durch seine Kommunikation vor, wie sein Gegenüber drauf ist. Und die meisten halten einfach nur aus, bis ihnen die Hutschnur Platz. Welcher Hund macht das denn nicht? Aushalten, Luftanhalten und dann Feuer frei. Genau so, wie heute 90% der Diskussionen ablaufen. Ein wirklich gutes Gespräch ist fast so selten, wie ein Sechser im Lotto. Wenn ich also davon spreche, dass heute kein guter Hundehalter gewollt ist, dann meine ich damit, dass man Menschen nicht dazu befähigt, vernünftig miteinander zu reden. Und das hat viele Gesichter. Man gibt den Emotionalsten recht. Man führt ideologische Debatten, wo man seinem Gegner gar nicht erst zuhört. Man bindet eine Aussage an die Person, die sie sagt. Man unterscheidet zwischen Geschlechtern. Und man richtet sich nach dem Ton, der bekanntlich die Musik macht und gibt jemandem nicht das Recht wütend zu sein. Denn, wer wütend ist, der hat nicht recht. Es sei dann, man selbst ist wütend, dann hat man immer recht. Die klare Unterscheidung zwischen Ich und Du, besteht nur darin, zu sagen, dass ich Recht habe und du nicht. Nicht etwa wie, du hast diese Meinung, ich habe eine anderen Meinung und warum reagieren wir so, auf die Meinung des anderen. Dass man ein Gespräch nutzt, um Konflikte zu klären. - Nein, ein Gespräch ersetzt heute Pfeil und Bogen und wenn man niemanden angreifen kann, ist man ja auch nicht im Recht. Deswegen sucht man sich immer ein Umfeld aus, dass eh die gleiche Meinung hat und schließt sich in lächerlichen und primitiven Clans zusammen, die sich gegenseitig den Hintern küssen. Man ist allerdings allzeit bereit, den politischen Gegner - oh entschuldige, einen Menschen mit einer anderen Meinung - zu vernichten. Kurz gesagt, wir führen keine freien Gespräche mehr, sondern Machtkämpfe. Zurück zu meinen Hunden. Die Grundlage die ich mir geschaffen habe, ist genau das Gegenteil von den menschlichen Gesprächen, von denen ich gerede gesprochen habe. Das sind keine Machtkämpfe mehr. Okay zugegeben, können sie das am Anfang auch sein. Aber das Ziel ist nicht, als Gewinner hervor zu gehen, sondern ein Miteinander zu ermöglichen. Ich wunder mich kein Stück, dass Menschen in einer Korrektur eine Gewaltphantasie entdecken. Denn, die kann nur jemand entdecken, der sie auch selbst besitzt. Oder anders gesagt, man sieht eben nur das, was man sehen kann. In seinem begrenzen Horizont, wo alle anderen im Unrecht sind, machen auch alle anderen das Gleiche falsch. Nämlich, sie sind nicht konform mit der eigenen Meinung. Diese bösen, bösen, freien Menschen. Deswegen kam mir wirklich in den Sinn, dass ich eine fantastische Diskussiongruppe habe. 7 Hunde und ich ergibt 8 Meinungen. Und wir kommen bestens miteinander klar. Kann es also sein, dass Hunde ein besseres Verständnis von einem Miteinander haben als wir Menschen? Fazit für mich. Ich werde eine wöchtlichen Gesprächrunde ermöglichen. Jeden Mittwoch Abend. So einen Kreis gibt es bereits. Er nennt sich „Circle of commucation“. In dieser Gruppe geht es um Gespräche, in denen man über Gespräche spricht. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Man gewöhnt sich an ein gutes Gespräch und kann es auf Hunde übertragen. Denn wie soll ich Menschen erklären, was ein gutes Gespräch ist, wenn sie nie eins hatten. In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören.
von Stephan Peukert 26. Dezember 2025
Ich lebe nun seit mehr als 10 Jahren mit Hunden zusammen und habe mehr als 200 Menschen mit Hunden beraten. Das heißt, dass mir über 200 Hunde ein Feedback auf meine Arbeit gegeben haben. Natürlich wird dieses Feedback auch vom Menschen blockiert. Das bedeutet, dass die Menschen meiner Kommunikation vertrauen und sie auch anwenden müssen, damit man ein entsprechendes Feedback sieht. Das ist natürlich schwer. Denn, die Menschen hören zu viel auf Menschen und zu wenig auf den Hund. Dabei ist Kommunikation keine Einbahnstraße, obwohl man das bei der Mehrheit beobachten kann. Bewertet wird das eigene Handeln immer an sich und aus sich selbst heraus. Es wird nicht geschaut, ob das Gegenüber das, was ich sage, wirklich verstanden hat. Deswegen tun sich so viele Leute schwer mit einem einfachen Nein. Sie sprechen es aus, sehen was es mit dem Gegenüber macht und halten das bei sich selbst nicht aus. Die Folge davon ist die Abschwächung der eigenen Grenzen und die Verantwortungsabgabe an das Gegenüber. Sowohl Kinder, als auch Hunde zeigen uns immer wieder auf, dass dieses Verhalten zu einem Bruch innerhalb der Kommunikation führt. Was dahinter steckt, ist die Propaganda der Harmonie, die letztendlich diejenige mächtig macht, die immer davon reden, nur Gutes tun zu wollen, aber niemals darauf schauen, wie es dem Gegenüber damit geht. Wie im Märchen "Schlaraffenland" sorgen die Herrschenden dafür, dass es allen an nichts fehlt. Sie wollen ja nur Gutes. Sie sehen aber nicht, was das mit ihrem Volk anrichtet. Es verliert sich selbst, wird fett, faul und antriebslos. Beim Hund ist es anders. Er versucht, sich aus der eigenen Unsicherheit heraus zu arbeite. Er sucht nach Antworten, stellt Fragen. Einige Hunde haben nur eine Frage, die sie aber äußerst penibel beantwortet haben wollen. Andere stellen am Tag hunderte von Fragen und diese wollen alle beantwortet werden. Genau das eröffnet die Parallele zu Kindern. - Und die Eltern? Entweder beantworten sie keine Fragen oder haben bereits alle antworten. Hundetraining ist in dieser Welt die Lösung für alle Fragen. Menschen reden von Wissenschaft, in der sie die Erziehung von Hunden begründen. Sie entwickeln ein eigenes Bild von dieser Erziehung. Das Problem ist, dass sich diese Erziehung nur von ihnen selbst ableitet. Das heißt, dass sie auf die Erziehung mit ihren eigenen Erfahrungen schauen, anstatt sich wirklich mit dem Gegenüber zu befassen. Statt ein gutes Nein zu etablieren, fühlt man sich schlecht, weil man das Kind zum Weinen und den Hund zum Jaulen bringt. Man versucht dann innerhalb der Erziehung das negative Gefühl, das man selbst erlebt hat zu vermeiden. Ergo, ist Erziehung heute ein Wettkampf der Vermeider, die sich dann gegenseitig noch darin bestärken, die besten Vermeider unter anderen zu sein. Zu Besuch bei einer Mutter und ihren Welpen.
von Stephan Peukert 20. Dezember 2025
Meine Arbeit beruht auf dem Prinzip, dass Menschen und Hunde eine gemeinsame Sprache sprechen. Das Problem ist, dass diese Sprache äußeren Umständen ausgesetzt ist. Darunter zählen zum Beispiel, die eigene Erziehung, Schule, soziale Medien, aber auch Ängste, Hoffnungen und Wünsche. So können Umstände im Außen, aber auch innere Zustände, beispielsweise Emotionen, unsere Kommunikation verändern. Diese Einflüsse sind der Grund, warum Menschen nicht mit Menschen, Hunde nicht mit Hunden und Menschen nicht mit Hunden kommunizieren können. Es ist deswegen notwendig, sich die äußeren, wie auch inneren Umständen bewusst zu machen. So lange man selbst dieser Umstände unterliegt, wird es kaum möglich sein, sich der Kommunikation von Hunden zu öffnen. Man betrachtet Hunde und Menschen dadurch immer aus einer Brille, der erfahrenen Kommunikation. - Was die Möglichkeit zu kommunizieren erheblich einschränkt. So versucht man in einem Gespräch weder andere Menschen, noch seinen Hund zu verletzten und richtet sich nach einem äußeren Bedürfnis, wie zum Beispiel, dem Bedürfnis der Harmonie. Der Fokus liegt dabei auf dem Erhalt der Harmonie und nicht auf dem Verhalten von sich selbst oder seines Gegenübers. Man könnte hier von einem Autopiloten der Kommunikation sprechen, der weder sich selbst, noch sein Gegenüber wahrnimmt. Diesen Autopiloten sehen wir auch bei Hunden. Ein Verhalten, das immer wieder Auftritt, zum Beispiel ziehen an der Leine oder bei Artgenossenkontakt eskalieren. Das Ziel meiner Arbeit ist es, diesen Autopiloten abzustellen und das Steuer wieder selbst in die Hand zu nehmen. Sowohl der Mensch, als auch der Hund würden dann in Eigenverantwortung voreinander stehen und aus dieser Haltung heraus miteinander kommunizieren. Damit sollte die Möglichkeit entstehen, freier miteinander zu kommunizieren, anstatt sich auf eine Theorie, ein Prinzip oder auf Ängste zu verlassen. Das Ziel kann nicht sein, perfekt zu kommunizieren. Perfektion ist der Tod jeder Kommunikation. Viel mehr sollte es um die Freiheit gehen, menschlich und hündisch zu kommunizieren. Lerne diese freie Kommunikation in meinen Beratungen und Seminaren.
von Stephan Peukert 17. Dezember 2025
Die Entwicklung der Erziehung- Ein Trauerspiel Nachdem man im Internet einen Hundetrainer gefunden hat, der Hunde zusammen getreten hat und das als Erziehung verkauft, wurde sich darüber ausgelassen, dass das keine Erziehungsmethoden seien. Der Kontrast dazu ist aber auch ein Stellvertreter für die heutige Erziehung. So spricht eine Hundetrainerin darüber, dass moderne Hundeerziehung doch nicht nur weniger strafen sollte, sondern gar nicht und einen völlig anderen Weg gehen muss. Sie kommt aus dem Bereich der positiven Verstärkung und lehnt jegliche Gewalt gegenüber Hunden hab. In ihrer Schrift über eine modernisierte Erziehung schreibt sie darüber, dass es genügend Studien gibt, die aufzeigen, dass Hunde die mit Gewalt erzogen werden, nachhaltig leiden. Ich war in Versuchung zu kommentieren, ob es denn Studien gäbe, wo man untersucht hat, ob hündische Erziehung, also von Hund zu Hund - die sehr körperlich ist, auch zu nachhaltigem Leid führt. Es ist vollkommen egal, welche Argumente man benutzt. Ein unerzogener Mensch wird sich genau so anderen Meinung öffnen, wie er es anderen vorwerfen würde. - Gar nicht. "Ich hab immer Recht", ist im Kern die Erziehungsphrase, die man sich als Positiv-Trainer, wie ein Mantra vorreden muss. Mein Hund wird von einem anderen Hund körperlich korrigiert - ich habe Recht, ihn positiv zu berstärken. Denn offensichtlich hat die Wissenschaft mehr zu sagen, als Hunde. Denn Wissenschaft wird von Menschen gemacht. Diese Überheblichkeit, sich als Retter der Tiere aufzuspielen und dahinter ein Bild zu manifestieren, das mich sehr an die Comicfigur Elmyra erinnert, die Tiere zu Tode kuschelt. Erziehung hat den Sinn, zu lernen zu überleben. Sich in der Erziehung der Illusion hinzugeben, das Tiere nur Positives und nie Negatives erfahren dürften, zeigt von einer Realitätsverschiebung. Natürlich nehmen solche Menschen auch keine Probleme in der realen Gesellschaft wahr. Hunde sind für sie ein Heiligtum. Dass Auseinandersetzungen für die Hunde Teil ihrer Entwicklung sind, kümmert sie genauso wenig, wie sie das von sich selbst erwarten. Der Glaube an die positive Verstärkung und der Bruch mit der Realität ist damit der Stellvertreter ihrer eigenen Illusion. Ich habe keine Konflikte, denn ich habe Recht. Und mein Hund wird das auch noch akzeptieren. - Selbst, wenn ich es 100 mal wiederholen muss.
von Stephan Peukert 12. Dezember 2025
Der Wunsch des Menschen nach einem Hund, ist der verborgene Wunsch nach sich selbst. Das würde ich zu mindest so behaupten. Immer wieder fällt mir auf, dass ich bei Erklärungen für menschliches Verhalten den Hund aus meinem Hut zaubere. Ein Fallbeispiel betrifft einen Menschen, der gerade lernen und akzeptieren muss, dass sein Verhalten aus einer Form der Dauerkonditionierung besteht. Es ist also schwer zu unzerscheiden, ob sich dieser Mensch wirklich oder aus der Konditionierung verhält. Dabei ist mir eingefallen, dass sich der Mensch jetzt erst einmal wie ein Welpe verhalten muss. Er muss die Welt neu entdecken und auf neue Lehrer hoffen, die ihn auf dem falschen Weg gut korrigieren, aber nicht erneut konditionieren.
Stephan Peukert Kommunikation - Menschen sind auch nur Hunde
von Stephan Peukert 12. Dezember 2025
Das was man wirklich lernen kann, wenn man mit Hunden zusammenlebt, ist, Menschen aus einer sozialen Perspektive zu betrachten. Das bedeutet, anstatt sich mit den Worten des Menschen zu beschäftigen, schau einfach mal darauf, wo der Mensch gerade steht und wie er zu seinem Umfeld steht. Prüfe also nicht das, was er sagt, sondern wie er sich zur Umwelt verhält. Dabei wirst du sehr schnell merken, dass man Menschen anders wahrnehmen kann, als sie sich geben. Dadurch wird dein Blickwinkel ziemlich interessant.