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Die Arbeit von Canis Critica erfüllt nicht die normalen Erwartungen eines Hundehalters. Statt Training gibt es klare Kommunikation und statt unendlichem Wissen über Hunde gibt es Bewegung. Es ist klar, dass viele Menschen mit dieser Art von Arbeit nicht gut umgehen können, da sie der Gewohnheit widerspricht. Genau darin liegt das Ziel. Auf dem Blog findest du deswegen Antworten auf Fragen, die du dir vielleicht selber stellst. Schau dich gerne um.
Erst kürzlich erlebte ich es wieder am eigenen Leib. Meine Aussage: „Eltern stehen in der Hierarchie über ihren Kindern.“ Die Antwort: „Damit sagst du, dass sich all die Psychotherapeuten und Pädagogen geirrt haben. Welche Bildung und Erziehung hast du denn genossen? Hast du mal überlegt, eine Therapie zu machen?“ Jetzt kann man diese Reaktionen in zwei Richtungen deuten. Nämlich, dass die antwortende Person das richtige Verständnis von Erziehung hat. Und zum anderen, dass ich mit dem, was ich sage, falsch liege. Irgendwie scheint sich dahinter eine Gesprächsstruktur zu verstecken, die meine Aussage bestätigt. Auf einmal muss ich mich rechtfertigen. Aber vor wem? Da kommt jemand, nimmt meine Aussage und hält sie für falsch, ohne auch nur irgendwie zu erklären, warum sie das so sieht. Ich kenne diese Struktur. Man nennt sie Wortergreifungsstrategie. Bringe deinen Gegenüber dazu, sich zu rechtfertigen. Statt eines Gesprächs stellt man einfach ganz viele Fragen auf einmal, ist dabei aber gar nicht an der Antwort interessiert. Es ist ein kommunikatives Machtspiel, in dem sich jemand über den anderen stellt. Spannend ist, dass solche Methoden immer von denen angewandt werden, die meinen, dass es solche Mächte oder Hierarchien gar nicht gibt. „Lieber ein Hund an der Leine, den man positiv bestärken kann, als ein Hund ohne Leine, den man korrigieren muss.“ Solch eine Aussage zeigt nichts anderes als eine Dominanz über das Tier. Denn der Mensch entscheidet, dass er ausschließlich nett sein will, statt irgendwie für ein negatives Gefühl zu sorgen. Wird der Hund dabei gefragt? Nein! Denn das geht technisch einfach nicht. Genauso wenig funktioniert es, ein Kind zu fragen, ob es für sein Verhalten kritisiert werden möchte. Es würde wohl in den meisten Fällen mit Nein antworten. Und da scheint es mir doch eine spannende Parallele zu geben. Ein Kind, das rebelliert, wenn es nicht so läuft, wie es selbst will. Ergo ein unerzogenes Kind. Haben wir es mit unerzogenen Erwachsenen zu tun, die auf einmal entscheiden, wie Erziehung aussehen soll? Die Antwort ist: ja. Wir sprechen hier von Hundehaltern und Eltern (wobei es für diese Art von Menschen keinen Unterschied gibt, ob Hundemama oder Hundepapa), die entweder verunsichert sind oder sich aufgrund der Verunsicherung radikalisiert haben. Eine Radikalität der Positivität. Also ich meine, dass man so lange positiv ist, bis jemand etwas Negatives sagt, dann greift man ihn an. Dann ist es dahin mit der Positivität. „Kinder und Hunde an die Macht.“ Auf einmal sprechen wir von einer Erziehung, die für gute Emotionen sorgen soll. Das ist noch nie die Aufgabe von Erziehung gewesen. Es ist mehr der bittere Beigeschmack von Menschen, die geliebt werden wollen oder Angst vor der Einsamkeit haben. Man könnte auch meinen, von Menschen, die nicht richtig erzogen wurden. (Mehr zu dem Thema Erziehung findest du in meinem YouTube-Video.) Diese Menschen übernehmen auf einmal das Sagen. Sie boxen sich überall durch, verfolgen Menschen, die anders erziehen, und wollen Gesetze, Regeln und Verbote. Das erinnert mich doch sehr an ein Kind oder einen Hund, der es geschafft hat, sich über die Erzieher zu stellen und jetzt alle nach seinen Spielregeln tanzen lässt. Man müsste dann sozusagen behaupten, dass Kinder über ihren Eltern stehen. Und das scheint mir doch das Ergebnis der heutigen Pädagogik zu sein. Es ist wie ein Rachefeldzug gegen alle, die es sich erlauben, Erziehung nachzuholen, indem sie einfach nur eine andere Meinung einnehmen. Ich meine, das sehen wir ganz bestimmt nicht nur bei dem Thema der Erziehung. Es geht dabei nie um das Interesse am Gegenüber. Es geht dabei immer nur um sich selbst. Und zwar darum, negative Emotionen zu vermeiden und denjenigen, der einen kritisiert, mundtot zu machen. Ich persönlich habe in einer Phase meines Lebens sehr häufig diese Strategie benutzt. Und ich bin immer wieder erstaunt gewesen, mit wie wenig Wissen und Ahnung ich andere mundtot bekommen habe. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Ich behaupte, dass der Himmel grün ist und du denkst, dass er blau ist. Ich nehme eine so absurde Annahme als wahr an und lasse mich auf kein Argument des Gegenübers ein. Sagt mein Gegenüber jetzt, dass der Himmel blau sei und man das doch sehen könnte, antworte ich mit einer Gegenfrage, woher er denn wisse, dass er richtig sehen könne. Genau dieses Prinzip verfolgte auch meine Kritikerin. Sie hat sich gar nicht für meine Aussage interessiert, sondern schob das alles auf meine Erziehung. Ergo: Das, was ich denke, ist eine falsche Annahme, und ich muss jetzt erklären, warum ich falsch denke. Im Umkehrschluss gibt sie nichts von sich preis, und da ist das nächste Machtverhältnis. Wer schweigt, baut Druck auf. Um ein Gespräch zu dominieren, musst du andere dazu bringen, alles über sich zu erzählen, während du nichts von dir preisgibst. Das heißt, selbst wenn du die ganze Zeit nett bist, kannst du trotzdem dominant sein, indem du einfach nichts von dir preisgibst. Die Frage, die man sich hier stellen kann, ist, wieso man nichts von sich preisgeben sollte. Als ich meiner Kritikerin antwortete, dass wir uns gerne öffentlich darüber unterhalten können, fiel die Antwort wie erwartet aus: „Ich nehme keine neuen Klienten an.“ Erneut kein Eingehen auf meine Aussage, sie gibt nichts von sich preis, außer einer verachtenden Abwertung, in der sie mir unterstellt, ich bräuchte einen Therapeuten. Spannend für eine Person, die keine Hierarchien akzeptieren möchte, oder? Warum fällt es uns so schwer, mit solchen Leuten und Hunden ins Gespräch zu kommen? Natürlich erinnern mich solche Leute an Hunde, denen ich gerne mal deutlich sagen würde, dass es so nicht geht. Doch auch da haben sie schon ein Argument: „Du kannst das ja nur mit Gewalt.“ Sie sind so gut darin, das Falsche als das absolut Wahre hinzustellen, weil sie dahinter ihre ganze Persönlichkeit verstecken. Ich bin der Letzte, der da nicht sagen würde, dass mir bei solch einer Argumentation die Worte fehlen. Denn im Kern macht es extrem aggressiv, sich rechtfertigen zu müssen, während mein Gegenüber machen kann, was er will. Sag mal einem Kind, das machen kann, was es will, dass es das jetzt nicht machen darf. Es wird schlicht und ergreifend so in den Angriff gehen, dass es dir an Mitteln fehlt, etwas dagegen zu tun. Ich habe mit Kindern und Jugendlichen gesprochen, die mich schlagen und angreifen wollten. Mit Hunden kann man sich das natürlich besser vorstellen. Ein Hund, der dich beißen will. In dem Moment steht sowohl der Hund als auch das Kind über dir, weil sie deine Unversehrtheit geringer schätzen als ihre eigene. Übersetzt heißt das, dass sie wissen, sie können sich alles erlauben, selbst wenn es auf Kosten von anderen geht. Das wäre dann das Ergebnis einer falschen Erziehung. Und genau das ist doch im Kern das Argument der positiven Erziehung. Die Ursache ist, dass sie die Unversehrtheit des Hundes oder des Kindes höher einschätzen, weil sie erfahren haben, wie es ist, wenn diese gering ist. Sie wiegen das eine Extrem mit dem anderen auf. Sie praktizieren einfach das gleiche Verhalten, welches ich zum Schluss noch einmal kurz erkläre. Man muss das Ganze immer von zwei Seiten betrachten, was das ganze Prinzip so kompliziert macht. Deswegen einfach gesagt: Eltern übergehen das Kind = Kind verliert an Wert Hundehalter übergeht den Hund = Hund verliert an Wert Übergehen hat zwei Gesichter: Wir nehmen zu viel wahr / wir nehmen zu wenig wahr. Das Kind, das keinen Wert hat, wird jetzt erwachsen = gibt dem Gegenüber entweder zu wenig oder zu viel Wert. Das Kind wird Hundehalter = gibt dem Hund zu viel oder zu wenig Wert. Wir haben in der Erziehung einen Bruch, in dem man sich zu stark auf das Außen und zu wenig auf sich selbst konzentriert. Dies kann viele Gesichter haben. Eben, dass ich mich unterordne, mich verliere und das Gegenüber höher stelle. Ich kann mich aber auch überbewerten und meinem Gegenüber mit Wut entgegentreten. Weil die meisten den Weg mit Wut kennen, stellen sie diese ab und damit sich selbst und werten das Gegenüber auf. Und der Kreislauf beginnt von Neuem. Wie nett darf man also in der Erziehung sein? Du darfst so nett sein, wie du willst. Solange du jetzt doch nicht auch die anderen Seiten zeigst, ist das alles ziemlich wertlos. Spannend ist, dass diese angestauten Emotionen dann immer genau dann rauskommen, wenn jemand eine andere Meinung hat als man selbst. Die meisten Menschen definieren ihren Wert über die Akzeptanz ihrer Meinung. Hat ihre Meinung also nicht den Wert der hundertprozentigen Wahrheit, fühlen sie sich angegriffen. Denn darüber kompensieren sie ihre erfahrene Wertlosigkeit. Und natürlich würden solche Menschen niemals einen Hund korrigieren, da sie in ihrer Welt die Meinung des Hundes untergraben. Selbst wenn einer dieser Hunde Menschen totbeißt, hätte er immer noch eine Meinung, die gleichwertig ist wie die eines Hundes, der niemanden getötet hat. Auf der gesellschaftlichen Ebene ist das eine mögliche Erklärung eines gesellschaftlichen Werteverlustes. Alle haben einen Wert und Kritik mindert diesen Wert – falscher kann man gar nicht liegen.
Im Blogbeitrag über den Anwendungsbereich meiner Arbeit bin ich kurz auf das Thema eingegangen. Denn alles, was ich mache, ist ein Davor. Das bedeutet, dass etwas vor dem Hundetraining stattfinden muss. Denn Hundetraining ist im Kern eine Ausbildung. Wenn wir das auf uns Menschen beziehen, dann kommt vor der Ausbildung, unter die auch die Schule fällt, die Erziehung in der Familie. Und genau das findet vor dem Hundetraining statt. Leider wird das immer wieder miteinander vermischt, oder statt erzogen zu werden, haben wir einen Hund vor uns, der 46 Kommandos kann, aber keine Ahnung hat, was er tun soll, wenn er kein Kommando bekommt. Genau das ist das beste Beispiel, um meine Arbeit zu beschreiben und um die Frage zu klären, ob es Hundetraining braucht. Denn die längere Antwort lautet: nein. Wenn du deinen Hund zu einer bestimmten Tätigkeit ausbilden willst, dann wirst du um das Hundetraining nicht drum herum kommen. Willst du aber nur mit deinem Hund zusammenleben, Abenteuer erleben oder einfach das Leben genießen, brauchst du kein Hundetraining. Das mag jetzt absurd für einige klingen, ist aber im Kern die wahre Verbindung zum Hund. Denn hier passt das hündische Verhalten und die soziale Struktur von Hunden perfekt mit der menschlichen zusammen. Man nennt das auch ein soziales Miteinander. Möchte ich dem Hund ein bestimmtes Verhalten beibringen, muss ich das trainieren. Das kann ich natürlich nicht über die hündische Kommunikation aufbauen, da wir sonst wirklich von Gewalt sprechen müssten. Kein Hund erzieht einen anderen zu einem bestimmten Verhalten. Ich im Übrigen auch nicht. Meine Hunde können also kein einziges Kommando. Wenn du sehen willst, wie das geht, schau dir gerne mal meinen YouTube-Kanal an oder schau auf Patreon vorbei.

Vielleicht kennst du das ja auch. Es gibt verschiedene Uniformen, die für verschiedene Berufe zur Verfügung stehen. Was aber noch passiert, ist, dass sich auch die Kommunikation an diese Uniform anpasst. Jetzt stell dir noch vor, dass ich dabei keine Berufe meine, sondern deine Einstellung, die du nach außen zeigst und über deine Kommunikation vertrittst. Was ist, wenn du deinen Beruf und damit deine Uniform so ernst nimmst, dass kein anderer mehr richtig mit dir reden kann? Dann würde das bedeuten, dass du dich selbst ziemlich isolierst und deine Kommunikation extrem hart ist. Damit meine ich nicht, dass du klare Grenzen gegenüber bestimmten Menschen hast, sondern mehr Grenzen gegenüber dir selbst. Es fällt dir zum Beispiel unglaublich schwer, dir deine eigene Schuld einzugestehen. Was werde ich dadurch wohl kaum von dir hören? Richtig, dass du Schuld an etwas hast. Über die Kommunikation können wir also viel über die Denkweise entnehmen, die du über dich selbst eingenommen hast.
Warum der Hund ein Teil meiner Arbeit geworden ist, lässt sich eigentlich ganz schlüssig erklären. Denn meine Hunde haben mir ermöglicht, wer ich heute bin. Das klingt zwar nach einer romantischen Geschichte, aber eigentlich ist sie im Kern für viele die traurige Realität. Unter Menschen bin ich nie auf die Kosten meiner Kommunikation gekommen. Ich habe vieles nicht verstanden, wodurch mich viele nicht verstehen konnten. Ich war zerfressen von einem falschen Blick auf mich selbst, habe andere vor mich gestellt und habe Menschen wirklich gehasst. Im Nebenjob während des Studiums bin ich das erste Mal aktiv mit Hunden in Kontakt gekommen. Was mich direkt abgeholt hat, war die Kommunikation der Hunde untereinander und der Versuch der Menschen, mit Hunden zu kommunizieren. Offensichtlich sind das für viele Menschen zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Für mich allerdings nicht. Ich habe mich in der hündischen Kommunikation direkt aufgehoben gefühlt. Während Menschen sich von meiner Direktheit und Wahrnehmung direkt gestört gefühlt haben, entstand bei den Hunden eine Verbindung. Natürlich nicht von jetzt auf gleich, sondern gerade durch das Zusammenleben mit meiner Hündin Neila. Sie war der Antrieb der Veränderung. Sie hat mich zwar akzeptiert, wie ich bin, aber mir auch gezeigt, dass sie damit nichts anfangen kann. Es gibt hier also keine romantische Geschichte, sondern eine, die mir ins Gesicht gesagt hat: So geht es nicht weiter. Meine Hündin hat mir dann die Absurdität von Training richtig vor die Nase gehalten und mir gezeigt, dass sie lernen kann, aber das gar nichts zwischen uns ändert. Ich hätte sie nur noch dauerhaft bespaßen können, damit sie mir nicht zeigen könnte, was sie von mir hält. Nämlich nicht viel. Der Knackpunkt der ganzen Beziehung zu Neila war das Aufbrechen meiner bisherigen Annahmen, in denen ich immer dachte, ich sei ein Opfer der Umstände. Von Erziehung, der Gesellschaft und von dem, was die Welt bereithält. Ergo war ich passiv, angepasst und habe aufgepasst, was ich sage und wie es wirkt. Man könnte auch behaupten, ich stand unter meiner eigenen Kontrolle. Mit dem Bruch mit diesem Verhalten änderte sich das Miteinander. Gefühlt war ich für meine Hündin zum ersten Mal ein wahrzunehmender Gesprächspartner. Der Grund, warum Hunde bei mir eine Rolle spielen, hat demnach zwei Gründe. Der erste ist aus Respekt gegenüber Hunden, die ihre Halter in den meisten Fällen durchschauen. Sie sind für mich immer ein Gesprächspartner, wenn es um die Menschen geht. Sie wissen vieles über die Menschen. Ergo sagen mir die Hunde etwas, was mir die Halter vielleicht so nicht sagen können. Der zweite Grund ist ihre soziale Struktur, die uns Menschen helfen kann, unsere falsch gelernten Strukturen in Frage zu stellen, wenn wir es denn zulassen und uns nicht von Gedanken wie Hundetraining davon ablenken lassen, eine stabile Struktur aufzubauen. Es geht alles auch ohne Hunde. Aber wenn ein Hund einem Menschen zeigt, dass das, was ich sage, Hand und Fuß hat, hat es alles noch einmal eine andere Wirkung. Es sollte dadurch offensichtlich sein, dass ich keine Hunde zu einem bestimmten Verhalten ausbilde. Ich bringe nur die soziale Struktur zum Vorschein.
Wir suchen also erst einmal die Konflikte, die im Raum stehen. Diese können natürlich von deinem Hund oder von anderen Menschen ausgelöst worden sein. In den meisten Fällen fehlt es den Menschen an einer Handlungsmöglichkeit, in Bereichen zu agieren, in denen sie selbst noch nie waren. Das nennt man dann das Verweilen in der Komfortzone. Das bekannte Verhalten ist natürlich immer das bessere, selbst wenn es falsch ist. So fühlt es sich zumindest an. Im Gespräch geht es mir in erster Linie um deine Vorstellung, deine Annahmen und darum, warum du dich aktuell so verhältst, wie du es tust. Das nennt man in der Umgangssprache Kennenlernen. Für Hundehalter ist das häufig ein Prozess, in dem sie ihre eigenen Hunde gar nicht kennengelernt haben, sondern sie einfach über eine bestimmte Theorie trainiert haben. Auf der anderen Seite kennen viele Menschen dasselbe Gefühl, ebenso behandelt worden zu sein, dass sie gar nicht verstanden worden sind. Daraus resultieren bestimmte Verhaltensweisen, die natürlich zum Nachteil einer Kommunikation heranwachsen können, zum Beispiel Vertrauensprobleme, Ängste, Kommunikationsschwierigkeiten, etc. Wenn ich deine bisherige Denkweise nachvollziehen konnte, werde ich dir über zwei Dinge eine andere Perspektive ermöglichen. Das erste ist das Vorleben. Alles, was du von mir lernen kannst, lebe ich auch aktiv vor. Für viele Menschen hat meine Ehrlichkeit schon dazu beigetragen, dass sie erst einmal verstanden haben, was sie alles nicht sagen bzw. kommunizieren. Das zweite ist die Aufklärung über soziale Strukturen. Da geht es um Themen wie Dominanz, Autorität, Sicherheit, Orientierung und worauf es in der Kommunikation wirklich ankommt. Hier sorgt das Hinterfragen dieser Begriffe bereits für eine Erkenntnis, viele Dinge falsch gelernt und falsch gesehen zu haben. Und damit ist der Kanal frei für eine Kommunikation, die alles verändern kann. Und diesen setzen wir dann gemeinsam um.
Viele Menschen mit Hunden sind es gewohnt, einen Hundetrainer bei Problemen mit ihrem Hund aufzusuchen. Unter anderem kommen Kunden genau mit diesen Problemen auch zu mir. Die klassischen Probleme, die man so als Hundehalter haben kann, sind auch Teil meiner Arbeit. Nur setze ich statt auf ein Training, in dem ich dem Hund ein bestimmtes Verhalten beibringe, auf das, was davor passieren sollte. Man nennt es Sozialisierung oder, einfacher gesagt, Erziehung. Egal, ob du später zum Hundetraining gehen möchtest – das, was ich mache, sollte davor stattfinden. Der erste Anwendungsbereich sind also ganz klassische Probleme mit dem Hund. Vom Leinenziehen bis zur Aggression gegenüber Artgenossen bietet meine Arbeit einen Lösungsansatz. Dabei geht es nicht um das Erlernen von Kommandos, sondern um Kommunikation auf der sozialen Ebene. Die klassischen Probleme mit Hunden sind keine individuellen Probleme, sondern gesellschaftliche Erscheinungen. Es gibt kaum jemanden, der ein Problem mit einem Hund hat, das so noch nicht existiert hat. Deswegen stand für mich die Frage im Raum, warum diese Probleme nicht gelöst werden können, wenn sie doch immer wieder auftauchen. Die Antwort ist eine Blindheit (gewollt oder ungewollt) gegenüber sozialen Strukturen. Tatsächlich findet aufgrund meiner Arbeit ein Umdenken statt, das sogar die eigene Wahrnehmung verändern kann. Zum Beispiel kann sich das Verständnis von fair, gerecht, Gleichheit oder Tierschutz verändern. Denn in diesen Bereichen leiste ich Aufklärungsarbeit und verdeutliche den Stellenwert des Menschen und des Hundes innerhalb der Beziehung. Durch die Arbeit an Beziehungen spielen auch andere Bereiche eine Rolle. Viele meiner Kunden kommen wegen des Hundes und bleiben wegen sich selbst. Dabei spielt die Beziehung zu anderen Menschen eine wesentliche Rolle. Berufliche Weiterentwicklung, familiäre Strukturen stehen genauso im Fokus meiner Arbeit wie der Gewinn einer neuen Lebensqualität. Streng genommen muss man sagen, dass ich Menschen einen Ausstieg ermögliche, der es ihnen erlaubt, die eigene gelernte soziale Struktur zu verändern. Wir Menschen sind alle von Erfahrungen und Theorien geprägt. Durch meine Arbeit liefere ich argumentative Gründe, die Dinge zu überdenken, die dich selbst aufhalten. Manchmal bedeutet das auch, dass wir erst einmal auf die Suche gehen müssen – nach deiner Persönlichkeit, die sich hinter der falschen Erziehung gar nicht entwickeln konnte. Wir suchen also das, was wirklich da ist, und kritisieren das, was da sein soll. Auf einer sozialen Ebene finden dadurch Menschen zusammen und verstehen, was es bedeutet, mit einem Hund wirklich in Verbindung zu sein. Bei Interesse an Hundetraining, also der Ausbildung von Hunden, findet meine Arbeit keinen Anwendungsbereich. Die Kommunikation obliegt Hundetrainern. Für mich zählt natürliches und soziales Verhalten. Das versuche ich beim Menschen und beim Hund wieder zu aktivieren.